Edinburgh Oktober 2008
Das Edinburgh Castle. Die aeltesten Teile stammen aus dem 11. Jahrhundert.
Waffenausstellung
In spaeteren Zeiten nannte man auch diese Broadsword-Dinger Claymore.
Unter den schottischen Kronjuwelen ist der "Stone of Destiny" zu finden. Der Kroenungsstein, der von Edward I. im 13. Jahrhundert geraubt wurde und erst 1996 zurueck kehrte. Photos waren nicht erlaubt; doch ein optisches Erlebnis ist der Stein eh nicht. Es ist ein verwitterter Stein mit Metallbeschlag.
Der Holyrood Park. Ein wenig Highlands-Wildniss inmitten der Stadt.
St. Anthony’s Chapel aus dem 15. Jahrhundert
Auf in die Highlands.
In der Naehe von Stirling Castle befindet sich das William-Wallace-Monument.
13. Jhdt.: Koenige sterben auf Kriegsfeldern oder werden von Gegnern aus dem Weg geraeumt. Doch Alexander III. fand einen neuen Weg. Er fiel in der Dunkelheit vom Pferd. Seine Nachfolgerin, seine Enkelin Margaret "Maid of Norway", starb, bevor sie Schottland erreichte. So war der Thron vakant und Robert the Bruce und John de Balliol standen zur Auswahl. Der maechtige Edward I. von England wurde als Wahlmann auserkoren und entschied sich fuer Balliol, der fortan eine Art Vasall war. Lange Zeit arbeiteten sie gut zusammen, doch als Edward I. Frankreich angreifen wollte, weigerte sich Balliol und Schottland zog sich den Zorn Englands zu.
Wallace beginnt seine Karriere als Volkheld mit einem Streit nach dem Fischen am Irving River. Englische Besatzer wollten ihm den kompletten Fang abnehmen und er versuchte erfolglos zu verhandeln. Das endete damit, dass er in einer Rauferei Englaender toetete. Er stieg im Widerstand auf und war einer der Fuehrer bei der Schlacht an der Stirling Bridge. Dort schafften die Schotten einen grossen Sieg durch eine ausgefeilte Taktik. Nach dem Kampf haeutete Wallace einen Englaender und bastelte sich daraus einen Guertel als Andenken.
Hamish, the Highlander. Ein schottisches Hochlandrind.
Rob Roy war der schottische Robin Hood. Daniel Defoe schrieb eine Novelle ueber ihn und es gibt auch eine Verfilmung. Doch der wirkliche Rob Roy war natuerlich weitaus weniger edel. Er war nicht der gute sheep protector, sondern ein Schafdieb, der spaeter Schutzgeld eintrieb.
Er lieh sich Geld vom Duke of Montrose um Vieh einzukaufen. Doch wurde er von seinem Viehtreiber bestohlen. Montrose raechte sich fur seinen Schaden und Rob Roy ging in den Untergrund um zurueck zu schlagen.
Die Highlands bestehen zum Grossteil aus Lochs (Seen), Glens (Taelern) und Bens (Berge). Viel mehr Worte braucht man fuer eine Landschaftsbeschreibung nicht.
Das Massaker am Glencoe: Dort wurden 38 unbewaffete Mac Donald von Campbell umgebracht. Noch heute finden sich Mac Donald, die die alte Feindschaft nicht vergessen haben.
Den Atlantik auf einer Bruecke ueberquert:
Dahinten im Nebel ist der Ben Nevis, der hoechste Berg Britanniens. Ansich ist er leicht zu ersteigen, doch dennoch hat er eine sehr hohe Todesquote. Das gefaehrliche ist der Nebel. Oben ist ein Plateau und wenn man dort ausversehen nicht den seichten Aufstieg zurueck nimmt, sondern die falsche Richtung einschlaegt…..
Der Caledonian Canal verbindet West- und Ostkueste.
Auf dem Loch Ness
Das Wasser ist auffaellig dunkel, beinahe schwarz.
Nach dem Tode Edward I. herrschte in England ein weitaus schwaecherer Koenig: Edward II.. Robert the Bruce hingegen war ein gewiefter Stratege und konnte den Englaendern eine ihrer groessten Niederlagen beibringen. Die Englaender sollten spaeter in Schlachten mit den Franzosen die Taktiken von Robert anwenden.
1328 unterzeichnet Edward II. ein Friedensabkommen. Schottland wurde unabhaengig und Robert the Bruce Koenig.
Robert wollte, dass sein Herz nach seinem Tode nach Jerusalem gebracht wird. Doch der Rittertrupp, der das Herz transportierte, wurde in Andalusien in eine Schlacht gegen die Mauren verwickelt. Douglas, der Traeger des Herzens, soll es in der aussichtslosen Lage nach vorne geworfen und dabei "Onward braveheart" gerufen haben.
Merke: Braveheart war Robert, nicht Wallace. Das war meinem Tourguide sehr wichtig *g*
Kaum zu erkennen, aber hier ist die Forth Bridge, einst die groesste Bruecke der Welt mit ~2500m. Urspruenglich wurden 57 Tote beim Bau ausgewiesen (neue Forschungen nutzen andere Zahlen). Davon war eines beinahe ein Mord. Ein Arbeiter fiel in die Konstruktion. Es waere zu teuer und zeitaufwendig gewesen, ihn heraus zu holen. So liess man ihn drin und reichte Alkohol und Gift. (Die Geschichte recherchiere ich aber noch mal)
Greyfriar Friedhof
Direkt vor der Kirche, in der Bildmitte, steht der Grabstein von Greyfriars Bobby. Das war ein Hund, der jahrelang am Grab seines Herrchens Wache hielt und damit nicht nur ortsbekannt wurde, sondern es auch zu einer Verfilmung gebracht hat.
Die Kaefige sollten die Graeber vor Leichendieben schuetzen. In der Naehe des Friedhofes ist die Universitaet. Im 18. oder 19. Jahrhundert benoetigten dort die Forscher fuer ihre Anatomiestudien mehr Leichen, als sie auf legalen Wege bekamen. So gab es findige Geschaeftsleute, die auf den Friedhoefen Leichen ausgruben und sie an die Professoren verkauften.
Burke und Hare gingen noch einen Schritt weiter. Sie beschlossen aktiv fuer Leichennachschub zu sorgen. Sie wurden als die West-Port-Moerder beruechtigt.
Eine Teil der Wand des Friedhofes ist noch die Flodden Wall. Die alte Verteidigungsmauer von ~1513.
Alles in allem eine tolle Reise. Die Landschaft ist beeindruckend und Edinburghs Altstadt ist einzigartig.
Die Highlands Rundfahrt habe ich mit Greyline Scottland gemacht. Hat mir sehr gefallen. Der Fahrer war darauf bedacht, immer vor den "Feinden", also den anderen Touristen, an den Orten zu sein und der Vortrag war nicht nur informativ, sondern auch aeusserst lustig.