Reisen

Israel, Juni 2007

Fam-Trip Israel – Der Norden

Auf Einladung des israelischen Fremdenverkehrsamtes konnte ich an einer Rundreise durch den Norden Israels teilnehmen. Die Stationen waren Tel Aviv, Jerusalem, das Westjordanland mit dem Toten Meer, der See Genezareth, Akko, Nazareth, Haifa und Herzliya.

Es heisst: "In Jerusalem you pray, in Tel Aviv you play". Denn Tel Aviv ist eine lebensfrohe Grossstadt, mit vielen Studenten und einer langen Strandpromenade. Scherzhaft wird die Stadt "The Big Orange" genannt.

Im Sueden ist Tel Aviv an Jaffa herangewachsen. Dies ist eine uralte Siedlung und hat sich eine feine historische Altstadt bewahrt.

Haelt man die Augen offen, entdeckt man an mehren Stellen die Tierkreiszeichen. U.a. als Strassenbezeichnungen.

Auch findet man Spuren aus alter Zeit.

 

Napoleon war auch in Tel Aviv.

Er liess dort 2000 Feinde hinrichten. Denn das Problem war, dass diese bei einer vorigen Schlacht schon mal frei gelassen wurden und sich gegen ihr Versprechen wieder in die feindlichen Truppen einreihten. So blieb den Franzosen nichts anderes uebrig, da ein Gefangenentransport in den Dimensionen nicht in Frage kam.

Blick von Jaffa auf Tel Aviv

Wir wurden in einem schoenem Hotel, im Carlton, direkt am Strand einquartiert. Kann ich nur weiterempfehlen. Mein Zimmer war im 7. Stock mit Meerblick und – wichtig – mit dem schoenen weissen Bademantel, mit Goldbestickung, die man haeufig in 5-Sterne-Hotels vorfindet 🙂

Die Strandpromenade ist ein Highlight. Morgens ist noch nicht so viel los, aber am Tage fuellen sich auch die Volleyball-Felder und die Strandbars. Beliebt ist auch dieses Ballspiel mit den klobigen Holzschlaegern.

 

Von Tel Aviv ging es ins nahe gelegene Jerusalem. Ok, in Israel ist alles mehr oder weniger nahe liegend 😉

 

Jerusalem

Auf den Weg nach Jerusalem faehrt man durch eine huegelige Landschaft, die ueberraschend gruen ist.

Wenn im Fernsehen oder Zeitungen von Israel berichtet wird, lassen sich die Berichterstatter in fast allen Faellen von einer bestimmten Plattform ablichten. Hier findet man naemlich nicht nur bewaffnete Soldaten, sondern…

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…. auch den bekannten Blick zum Felsenmdom.

Der Felsendom umschliesst den Felsen, an dem Abraham Isaak opfern sollte und der fuer die Juden der Mittelpunkt des Universums ist. Der Prophet Mohammed soll von hier in den Himmel aufgefahren sein. Also fuer alle 3 abrahamistischen Religionen ein wichtiger Ort.

Im Vordergrund sieht man die Grabplatten des Oelbergs.

Und hier noch mal von vorne. Die glaeubigen Juden lasssen sich hier begraben, da der Messias von hier nach Jerusalem einziehen und damit das juengste Gericht eingelaeutet wird.

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Kirche aller Nationen und im Hintergrund die orthodoxe Maria Magdalena Kirche.

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Die Al Aqsa Mosche auf dem Tempelberg

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Direkt neben den Tempelberg ist ein archaeologisches Zentrum. Hier wird ueber die Geschichte berichtet. Der juedische Tempel wurde im Jahre 70 von den Roemern endgueltig zerstoert. Da es eine Entweihung ist, die Stelle zu betreten, an der die Bundeslade stand (hier waren die Steintafeln der 10 Gebote enthalten) und niemand mehr weiss, wo genau dies war, verbot das orthodoxe Oberrabinat das Betreten des Tempelberges.

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Der Aufgang zum Tempelberg war mit einem Keilbogen, aehnlich denen von Aquaedukten, erbaut. So brauchten die Roemer nur den Mittelkeil herauszuziehen und schon brach der Aufgang in sich zusammen. Hier sieht man, wo sich der Eingang befand:

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Und hier sieht man die Schaeden des Truemmereinschlags beim Abriss.

 

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Die evangelische Erloeserkirche verfuegt ueber eine tolle Akkustik

Am Rande zur Altstadt findet sich die Dormitio-Abtei mit dem Saal des letzten Abendmahles.

Paar Schritte weiter findet sich auch das Grab von David. Doch davon habe ich keine Photos. Der Grabraum war fuer Frauen und Maenner getrennt und paar Chasidims wuselten dort rum.

In der Altstadt findet man massig Basare. Im arabischen Viertel ist dieser authentischer. Bissl dreckiger, billiger, aber auch witziger. Aber auch die stark touristischen Basare sind ok. Die Haendler sind kaum aufdringlich und man findet die eine oder andere interessante Sache.

Die Via Dolorasa, der schmerzhafte Weg, musste Jesus zu seiner Kreuzigung entlangschreiten. Heute sind 14 Stationen davon speziell gekennzeichnet.

Beispielsweise hier die 5. Station, an der Simon von Cyrene das Kreuz schleppen musste.

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Eines der besten Biere der Region ist palaestinensischen Ursprungs (Golan-HOehlen). Aber ich persOenlich mochte auch Maccabi oder Goldstar.

Die Grabeskirche beschliesst die Via Dolorosa. Hier sind Kreuzigungsort, Grab und Auferstehungsort zu finden. Die Kirche ist recht chaotisch aufgebaut, da mehrere Konfessionen dort ihre Bereiche haben und nach ihrem Geschmack dort wallten.

Gogotha, die Schaedelstaette, der Ort der Kreuzigung

Der Grabesschrein. Wir sind um nicht ganz so lange anstehen zu muessen abends wieder gekommen und dann dort hinein. Innen drin ist ein kleiner Vorraum von dem aus man nur in geduckter Haltung in den kleinen Schrein gelangt. Dort finden jeweils 3, 4 Leute Platz. Ein Altar und einige Ikonen erwarten einen dort.

Der Schrein wird von den orthodoxen Christen verwaltet. Die Kerzenleuchter mit den Gluehbirnen waren der neueste Schrei, zumindest als Kaiser Wilhelm II. diese damals stiftete.

Die Auferstehungskuppel mit Gemaelden der Apostel und des Jesus und seiner Juenger.

 

 

So sahen die Graeber der damaligen Zeit aus.

1852 wurde festgelegt, dass die christlichen Staetten den Status Quo beibehalten sollen. Bloederweise war zu dieser Zeit eine Leiter an der Grabeskirche angelehnt, so dass man sie noch heute bestaunen kann.

Die Ben Yehuda Str. ist in Jerusalem die bekannteste Ausgehmeile. Doch dort shoppen die Leute lieber als dass sie trinken und so hat man schnell auch in kleiner Gruppe die Biervorraete der dortigen Lokale leer getrunken. Wenn man in einer Nebenstrasse im Halbdunkeln Typen in abgeschnittenen Jeanshosen, Heavymetal-Shirts und Sturmgewehren trifft, sollte man nicht erschrecken. Sind nur Soldaten, die das Gewehr auch in der Freizeit am Mann behalten muessen 😉 Spannend ist die Amuesiermeile, da man ein unglaublich riesiges Spektrum an verschiedenster Leute beobachten kann. Vom Chasidim ueber den Soldaten bis hin zum amerikanischen Touristen.

Die Klagemauer ist ein uebrigbleibsel des zerstoerten Tempels.

Wer sich mal die Arme mit Gebetsriemen abschnueren will, ist hier richtig 😉

Yad Vashem

Nicht fern von Jerusalem befindet sich die Holocaust-Gedenkstaette Yad Vashem.

Im Aussenbereich liegt ein Gebaeude, das im Inneren voellig abgedunktelt ist, und in dem ueber eine Million Lichtpunkte die von den Nationalsozialisten geoeteten Kinder symbolisieren. Deren Namen werden ueber ein Endlosband abgespielt.

Das Hauptgebaeude selbst ist in vielen thematischen Bereichen aufgegliedert.

Ein angenehmer Kontrast ist, dass nicht nur die menschlichen Verbrechen in allen Einzelheiten aufgefuehrt werden, sondern dass zum Ende auch die Rettungstaten gezeigt werden; so dass nicht nur das Boese in der Erinnerung bleibt, sondern auch das es in dieser Zeit edle Taten gab und damit der Mensch ansich nicht abrundtief schlecht ist.

Aus dem Gebaeude hinaus kommt man in einen Garten, indem jeder Baum von einem Menschen gepflanzt wurde, der den Juden zu Zeiten des 3. Reiches geholfen hat. Kleine Namensplaketen erinnern an diese.

Dieser Baum wurde von Schindler gepflanzt:

 

Mini Israel

Der Name sagt allenes… in der Anlage werden die einzelnen Sehenswuerdigkeiten von Israel en miniature dargestellt.

Ein Gedi

Ein Gedi ist einer der bekanntesten Kibbuzim. Er liegt im Westjordanland, genauer: direkt am Toten Meer. Beruehmt ist vor allem die schoene Gartenanlage und das Heilklima, das viele Touristen anlockt. Das Tote Meer ist der tiefste Ort der Erde, ueber 400m u. NN.. Dadurch ist die Luft dementsprechend massiv (keine Ahnung wie der Ausdruck heisst *g*, Gegenteil von duenner Bergluft). Dadurch hat man sehr viel Sauertoff zur Verfuegung und die Sonnenstrahlen werden stark gefiltert. An den Tagen, als ich in der Region war, hatten wir ~40 Grad C. Doch es gab dennoch keinen Sonnenbrand, auch ohne Sonnencreme.

Der Pool mit Blick zum Toten Meer. Sieht man nicht viel von, da in dem Gebiet Wasserdampf die Sicht verschleiert. Auf spaeteren Bildern sieht man das genauer.

Wenn man schon am Toten Meer ist, sollte man auf jeden Fall mal schwimmen gehen. Ich dachte anfangs, das waere nur so ein bloeder Wellness-Quatsch, von Klangsteinqualitaet *g*. Doch das macht wirklich riesen Spass. Das Wasser ist warm wie eine Badewanne und der Koerper schwebt durch’s Wasser.

 

 

Masada

Masada ist ein Symbol des juedischen Befreiungskampfes gegen die Roemer. Hier wurden die aufstaendigen Juden von den Roemern belagert. Diese bauten eine riesige Rampe. Doch als sie die Festung stuermen konnten, hatten sich alle Juden selber umgebracht, um nicht in Gefangenschaft zu geraten.

Von weitem ist Masada ein unscheinbarer Huegel:

Hier sieht man schoen den Dunst ueber dem Toten Meer.

 

Die Abdruecke im Sand zeugen noch von den Lagern der roemischen Belagerern.

Und es leben tatsaechlich Tiere in der ungastlichen Landschaft:

Tote Meer

Eigentlich wollten es uns am Abend am Strand bequem machen. Doch in der Region kann es arg stuermisch werden. So blieben wir auf dem Hotelbalkon.

Westbank

Das koennte der Ort der Qumran-Hoehlen sein.. aber ich weiß nicht genau.. die Berge sahen alle recht aehnlich aus.

Akko

Akko ist eine Kreuzfahrerstadt und sieht so aus, wie man sich eine solche vorstellt: ueberall schwere Mauern.

 

Die Festung ist noch nicht voellig freigelegt. Unter den Holzplatten ist noch viel auszugraben.

Wofuer dieser kleine Kanal wohl diente?

Vielleicht war er zum Ableiten der Abwasser. Das erfuhren wir aber erst nach dem Durchgehen.

Hier ist die Karawanserei.

 

Die Uhr nutzt auf jeder Seite andere Zeichen. Hier die hebraeische Seite.

Den Seewall kann man begehen und er bietet eine tolle Aussicht.

 

Das springen sollte man aber den Ortskundigen ueberlassen.

 

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Das alte Hamam (=Dampfbad) dient nun nur noch zur Besichtigung. In kurzweiliger Form wird dort auch auf die Geschichte der Stadt eingegangen. U.a. auf el Dschasar, der Napoleon in die Schranken verwies.

 

 

Yardenit

Einige meinen, dass Jesus an dieser Stelle getauft wurde.

 

 

 

 

See Genezareth

Der See ist das groesste Wasserreservoir Israels. In einer angenehmen Landschaft eingebetet, ist er von kleinen Doerfern und Kapellen umgeben.

 

 

Der Ort der Bergpredigt wird durch eine Kirche markiert.

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Am Rande des Sees wird auch der beruehmte Petrus-Fisch verkauft, der nur hier lebt. Doch vorsicht, die Preise sind wirklich sehr hoch. So manches Restaurant scheint eine reine Touristenfalle zu sein.

 

Nazareth

Nazareth ist noch ein Geheimtip, da die touristische Infrastruktur erst frisch aufgebaut wird. Aber die Stadt hat mir sehr gut gefallen, da die Sehenswuerdigkeiten auf anstaendige Weise erschlossen werden, d.h., man bekommt was fuer sein Geld geboten.

Nazareth ist eine komplett arabische Stadt. Der kleinere Nachbarort, Nazareth Illit ist das juedische Gegenstueck. Und keine Angst, dort wird man keine buergerkriegsnahen Zustaende vorfinden. Aber dazu spaeter mehr.

Nazareth Village ist ein Freilichtmuseum. Dort wird einem das Leben von vor 2000 Jahren naeher gebracht. Zwischendurch bekommt man auch dort Angebautes gereicht. Beispielsweise leckere Oliven.

Das Ancient Bathhouse ist durch Zufall entdeckt worden. Dort zog ein Ehepaar ein und bei der Renovierung stiess man auf die antiken Reste.

 

4 Jahre lang dauerten die Ausgrabungsarbeiten und noch sind sie nicht abgeschlossen. Das Spannende ist die Groesse der Anlage. Daraus konnte geschlossen werden, dass zu Jesus Zeit Nazareth eine "Grossstadt" gewesen sein muss. Eine ueberraschende Erkenntnis.

 

Diese Bar ist ein Highlight. Auf dem Turm kann man sich auch ein Zimmer mieten und geniesst einen herrlichen Ausblick. Vor allem abends beim Ruf der Muezine ist das sehr, sehr stimmungsvoll.

Blick vom Turm

Keine arabische Stadt ohne gute Gewuerzhaendler.

Das Bild in dieser Pension zeigt den alten Hausherrn, der sich bei einem Wohnungsbrand auf die Flammen warf, um den schoenen Stuckbau zu retten. Noch heute sieht man an der Decke Brandspuren.

 

Die orthodoxe Verkuendigunskirche.

 

Wir waren zu einem Ud-Konzert geladen. Fuer europaeische Ohren ist das wirklich eine harte Kost. Denn die Toene klingen sehr schraeg und es war nicht einfach, nicht zu lachen. Denn keiner wollte ja den Musiker beleidigen, der ein Grosser seines Fachs ist. Aber nach ein paar Minuten gewoehnt man sich dran und dann geht’s 🙂 Also, wer die Gelegenheit bei so einer Veranstaltung zuzuhoeren bekommt, sollte es einfach mal antesten.

 

Die Verkuendigungskirche

 

 

 

 

Draussen findet man Bilder, die von den Kirchen etlicher Nationen angefertigt wurden.

 

Haifa

Haifa ist eine Hafenstadt noerdlich von Tel Aviv. Bekannt ist der Fussballverein Maccabi, aber vor allem auch der Bahai-Tempel. Die Bahai sind eine tolerante Religionsgemeinschaft und legen viel Wert auf Aesthetik. Der Tempel in Haifa ist ihr Hauptsitz.

 

 

 

Herzliya

Herzliya ist ein Strandort mit Yachthafen. Nicht spektakulaer, aber wer wieder bissl westliche Welt umsich braucht, ist hier richtig.

So… paar abschliessende Worte. Wenn man nach Israel reist, hoert man eine Reihe von Bedenken, wie gefaehrlich das doch waere. Aber dem ist nicht so. Wahrscheinlich muss man auf jeder deutschen Autobahn mehr um sein Leben fuerchten. Zum einen ist das Leben dort zwischen Arabern und Juden harmonischer, als man es ueber die Medien mitbekommt. Beispielsweise Akko ist sogar schon mit einem Toleranzpreis praemiert worden, da dort das Zusammenleben sehr gut funktioniert.

Und zum anderen sind die Krisenzentren ziemlich genau bekannt. Von den typischen Touristenzentren koennte man in Jerusalem und Tel Aviv Gefahr laufen. Aber: es gibt da gar kein Grund zur Panik. Die Wahrscheinlichkeit ist halt sehr gering. Orte wie Ein Gedi hingegen sind voellig ungefaehrlich.

Von solchen Gruenden sollte man sich nicht abschrecken lassen. Wer es ins Land wagt, der wird einen tollen Mix von westlicher und arabischer Kultur kennenlernen. Jeder wird fuer sich was interessantes entdecken. Mag er nun historische Orte besuchen oder einfach nur entspannen. Also schaut’s euch an 😉

 

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